Deutschland abgeschlagen bei der Geldanlage

Deutsche Investoren legen jährlich mehr als 300 Mrd. Euro im Ausland an. Mit diesem Geld erzielen sie aber deutlich weniger Rendite als Investoren aus anderen Ländern. Bei Aktieninvestments schneiden die Deutschen besonders schlecht ab: In diesem Bereich liegen ihre jährlichen Anlagerträge sogar um 4 Prozentpunkte niedriger. Aus 100 Euro, die im Ausland investiert wurden, haben die Amerikaner über mehr als vier Dekaden 6.000 Euro gemacht. Deutsche Anleger hingegen nur 700 Euro.

In dem Forschungspapier Exportweltmeister: The Low Returns on Germany’s Capital Exports von Juli 2019 haben die Autoren Franziska Hünnekes und Christoph Trebesch (IfW Kiel) sowie Moritz Schularick (Universität Bonn) zunächst Anlageerträge und Wertänderungen der deutschen Auslandsinvestitionen über sieben Jahrzehnte errechnet. Dies verglichen sie dann mit Investitionserträgen von 12 anderen Industrieländern sowie den Renditen, die Investitionen im Inland erzielt haben.

Deutschland ist demnach das Schlusslicht unter den G7-Ländern. Besonders schlecht schneiden Anleger aus Deutschland als Aktieninvestoren ab, wie oben bereits im Text erwähnt. Dies liegt vor allem daran, dass sich die deutschen Investoren auf Aktien in der Eurozone fokussieren und nicht die weltweite Streuung suchen, wie Frau Hünnekes in einem Telefonat mit Rupert Bader bestätigt hat.

In Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen kommt der deutsche Anleger immer mehr in ein Dilemma, weil die bewährten Anlagesegmente als Zinseinnahme ausfallen. Die Welt um uns herum zeigt uns, dass man mit Aktien, bei richtiger Herangehensweise, Strategiefindung und Zeitplanung, solide Dividendenerträge und langfristig erzielbare Wertzuwächse für sein Vermögen erreichen kann. Bei unserer Zinsprognose sollte sich der deutsche Anleger trotz der mit der Anlage stets verbundenen Risiken wie marktbedingten Kursschwankungen auch mit weltweiten Aktieninvestments beschäftigen. Dabei hat er die Möglichkeit, seine bisherige Risikoscheu kritisch zu hinterfragen.

Quelle: Exportweltmeister – The Low Returns on Germany’s Capital Exports, in: Kiel Working Paper, Nr. 2133, Juli 2019